Lernkonzept: Gemeinschaftsschule Obrigheim

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Unser Lernkonzept

Nachstehend finden Sie das Lernkonzept unserer Gemeinschaftsschule.

Bildungsstandards der Gemeinschaftsschule

Die Besonderheit der Gemeinschaftsschule liegt in ihrem breitgefächerten Bildungsangebot auf drei Niveaustufen.

  • Bildungsstandard der Hauptschule (G-Niveau)
  • Bildungsstandard der Realschule (M-Niveau)
  • Bildungsstandard des Gymnasiums (E-Niveau)

Sogar in einzelnen Fächern haben die Schüler*innen im selben Schuljahr die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Niveaus zu lernen – je nach individueller Begabung. Beispielsweise kann ein Kind in Mathematik auf dem E-Niveau, in Deutsch auf dem M-Niveau und in Englisch auf dem G-Niveau arbeiten. Mögliche Niveau-Wechsel werden mit Lernbegleitern, Schüler*innen und Eltern besprochen und können bei Bedarf entsprechend rasch umgesetzt werden. Die Planung des Unterrichts und des gemeinsamen Lernens führen die ausgebildeten Gymnasial-, Realschul- und Hauptschullehrerkräfte unserer Schule gemeinsam durch. Unterstützt wird dieses Team durch Sonderpädagogen der Förderschulen.

Schulabschlüsse

Gemäß der drei Bildungsstandards ebnet die Gemeinschaftsschule den Weg zu einem der drei Schulabschlüsse:

Die Schüler*innen müssen sich also nicht schon in Klasse 4 für eine Schulart entscheiden, sondern haben länger Zeit, ihre individuellen Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen zu entwickeln bzw. an ihren „Baustellen“ zu arbeiten und so den für sie passenden Schulabschluss zu wählen. Schüler, die nach den Bildungsstandards des Gymnasiums arbeiten, haben dafür neun Jahre Zeit (G9). Das verpflichtende Beratungsverfahren zur Schullaufbahnentscheidung in den Klassenstufen 8 und 9 unterstützt Schüler*innen und Eltern dabei, den passenden Schulabschluss zu finden.

Tagesstruktur

An vier Nachmittagen (Montag bis Donnerstag) findet der Unterricht bis 16 Uhr statt. An diesen Tagen erhalten die Schüler*innen ein warmes Mittagsessen in der Mensa und haben eine einstündige Mittagspause, in der sie sich auf dem Sportplatz und an Trainingsgeräten sportlich auspowern oder eine gemütliche Pause auf dem weitläufigen Schulgelände machen können. Durch die rhythmisierte Tagesstruktur unserer Gemeinschaftsschule gibt es neben den Lernzeiten auch sportliche, entspannende und kreative Phasen, die nachhaltig das soziale Miteinander und die eigene Persönlichkeit stärken. Der Fachunterricht gliedert sich in Inputstunden (z.B. Einführung in Themenbereiche), kooperatives und handlungsorientiertes Lernen (z.B. Gruppenarbeit) sowie individuelles Arbeiten (z.B. Arbeit an den Lernpaketen).

Übungs- und Wiederholungszeiten ermöglichen dabei eine gute Vorbereitung auf Tests und Lernnachweise. Hausaufgaben gibt es nicht, sodass die Schüler*innen am Ende des Schultags tatsächlich „frei“ haben. Dank eines geringeren Klassenteilers als an anderen Schularten, durch eine höhere Anzahl an Unterrichtsstunden und eine größere Personalausstattung, können die Schüler*innen optimal gefördert und gefordert werden. Die Neigungsstunden (z.B. Klassenrat) und ein breites AG- und Sport-Angebot runden den Schulalltag ab.

Lernband (Individuelle Lernzeit)

Ausgehend von ihrem Lernstand, Lerntempo und ihren Neigungen lernen die Schüler*innen sechs Stunden pro Woche selbständig an ihren Unterrichtseinheiten in sogenannten Lernpaketen. Diese werden in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch auf den unterschiedlichen Niveaustufen (G, M, E) angeboten. Das Lernband findet in 90-minütigen Intervallen statt, in denen sich die Schüler*innen intensiv mit der jeweiligen Thematik beschäftigen können. Das Lernpaket enthält die Übersicht über eine Unterrichtseinheit mit individuellen Aufgaben und weist die Kompetenzen aus, welche die Schüler*innen beim Erarbeiten der Aufgaben erreichen können. Die Schüler*innen vertiefen so die Inhalte aus den Inputphasen und entscheiden selbständig wann sie innerhalb einer Woche welches Fach bearbeiten wollen. Mithilfe von Lösungen überprüfen sie eigenverantwortlich ihre Leistungsfortschritte, welche sie anschließend in ihrem Logbuch eintragen.

Jederzeit können die Schüler*innen ihre Lernbegleiter (Lehrer) um Hilfestellungen bitten. Die Lernbegleiter planen, organisieren, beobachten, unterstützen, beschreiben und bewerten den Lernprozess.

Logbuch

Unser Logbuch ist ein ständiger Begleiter im Schulalltag und dient der Dokumentation von Aufgaben und weiterer schulischer Angelegenheiten. Somit ist es auch Teil der Kommunikation zwischen Schule und Eltern. Durch den Wochenrückblick haben die Schüler*innen die Möglichkeit ihr Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten zu reflektieren. Zudem finden sich hier die Protokolle der Coachings sowie der Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräche.

Coaching / Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräche (LES)

Alle Schüler*innen nehmen in regelmäßigen Abständen an einem Coaching teil. Hier spricht ein/e Lernbegleiter*in mit dem/der ihm zugeteilten Schüler*in über schulbezogene Themen (Lernfortschritte, Verhalten in der Gruppe etc.). Im Mittelpunkt stehen die Beratung und Unterstützung. Die LES-Gespräche finden zweimal im Schuljahr statt. Hier stellen die Schüler*innen ihren Eltern ihren schulischen Zwischenstand vor. Gemeinsam mit allen Beteiligten kann davon ausgehend die weitere schulische Laufbahn besprochen werden.

Leistungsmessung, Leistungsbewertung und Lernentwicklungsbericht

In jedem Unterrichtsfach gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Leistungsmessung: Tests, schriftliche Lernnachweise (Klassenarbeiten), Präsentationen, Referate, Projektarbeit, Portfolio, …

Die Rückmeldung erfolgt als individuelle schriftliche Rückmeldung im jeweiligen Niveau sowie durch eine Prozent-Skala, anhand der die Schüler ihren Lernfortschritt überprüfen können. Statt eines Zeugnisses erhalten die Lernenden zum Halbjahr und am Schuljahresende einen detaillierten Lernentwicklungsbericht. Alle erreichten Kompetenzen der einzelnen Fächer sowie eine Rückmeldung über das Sozial- und Arbeitsverhalten werden darin dokumentiert. Das Konzept der Gemeinschaftsschule sieht vor, dass die Schüler*innen von Klasse 5 bis 7 keine Noten erhalten, sodass sie ohne Notenruck ihre Kompetenzen frei entfalten können. Ab der Mittelstufe (Klasse 8) erhalten die Schüler*innen Noten, um in Abschlussprüfungen, auf dem späteren Arbeitsmarkt oder beim Wechsel auf das Gymnasium die gleichen Chancen wie Schüler*innen anderer Schulen zu haben.

Sitzenbleiben gibt es in der Gemeinschaftsschule nicht, wodurch Versagensängste abgebaut und verhindert werden. Freiwillig kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten der Bildungsgang einmal verlängert werden.